Wenn eine Stadt ein Original verliert – et Brigittsche is duut

3. Dezember 2008 – 19:50 | Gesellschaft | terry
Koblenzer Brigittchen

Wer in Koblenz oder der Umgebung lebt oder mal lebte, der kennt mit Sicherheit diejenige Person, um die es in diesem Beitrag der anderen Art gehen soll. Idol nein, Vorbild naja, Original ja und vor allem: Immer ehrlich und gutmütig: “Unser Brigittsche” aus dem Altenhof.

Brigittschen ging seit fast einem halben Jahrhundert ihrem Gewerbe nach, war dabei stets freundlich und nett und hatte immer einen lebensweisen Spruch auf Lager. Jeder kannte sie und wenn man über “dat Brigittsche” sprach, dann fühlte man irgendwie zusammengeschweisst als Koblenzer (also jetzt nicht wegen der Besuche bei ihr, sondern einfach so :) ).

Et Kowwelenzer Brigittsche is duut

Nun ist sie tot (zugegeben schon etwas länger – Gott ich habs nicht gemerkt..), ich finde es erstaunlich, wie viel Aufmerksamkeit das erzeugt hat, aber auch schön, das eine Stadt weiss, was sie an einzelnen Menschen hat. Brigittschen war mit Sicherheit eines der letzten Kowwelnezer Originale, wie die auch die Münz zieren.

Die Junge wolle anjelernt weere, die krin en Rabatt, Eure Nummer zahlen dann die ällere Männer mit

Koblenzer Originale zeichnet alle aus, dass sie zu Lebzeiten umstritten, wenn nicht gehasst oder Ziel von Spott waren. Brigittschen stand darüber. Sie übte ihr Gewerbe aus und war einfach da. Von morgens sieben bis abends umd eins am Altengraben/Altenhof. Wenn Sie nicht da war, war sie krank.

Un dau bis Kowwelenz!

Tschö Brigittsche, mer han dich all jehr gehatt.

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